Die methodische Grundlage

Training ist die gezielte Einflussnahme auf die ständig ablaufenden Anpassungsprozesse Deines Körpers.

Training beginnt deshalb nicht erst in dem Moment, in dem Du eine Übung ausführst. Dein Körper passt sich fortlaufend an das an, was Du von ihm verlangst – und auch an das, was Du nicht mehr von ihm verlangst.

1 · Anpassung

Was sind Trainingseffekte?

Trainingseffekte sind Umbau- und Anpassungsprozesse im Körper, die als Reaktion auf Anforderungen ständig ablaufen.

Wenn Du bestimmte Effekte auslösen möchtest, musst Du Deinem Körper deshalb zeigen, in welche Richtung er sich entwickeln soll.

Das Wunder der Anpassung

Ein Trainingseffekt ist ein Wunder der Natur.

Dass sich lebendige Körper tatsächlich an die Anforderungen ihrer Umgebung anpassen, ist Ausdruck eines der großen Wunder des Lebens.

Dieses Wunder trägst auch Du in Dir. Dein Körper verändert sich fortlaufend entsprechend dem, was Du mit ihm tust – und auch entsprechend dem, was Du nicht mit ihm tust.

Du kannst diesen Prozess nutzen, wenn Du einmal verstanden hast, wie er funktioniert.

Training bedeutet deshalb nicht, Deinem Körper von außen etwas aufzuzwingen.
Training bedeutet, die ohnehin ablaufenden Anpassungsprozesse gezielt zu beeinflussen.
2 · Anforderung

Die Sprache Deines Körpers

Die Sprache, in der Du Deinem Körper eine Richtung vorgibst, sind die Anforderungen, die Du an ihn stellst.

Sie dürfen nicht so gering sein, dass kein Anlass zur Anpassung entsteht. Sie dürfen aber auch nicht so groß sein, dass Dein System dauerhaft überfordert wird.

Nicht zu wenig. Nicht zu viel. Sondern so, dass Entwicklung möglich wird.
3 · Gesamtsystem

Dein Körper ist kein mechanischer Roboter

Natürlich können einzelne Muskeln, Bewegungsmuster oder andere lokale Strukturen auf Trainingsreize reagieren. Solche lokalen Anpassungen sieht man häufig sehr schnell.

Aber eine lokale Veränderung ist noch keine dauerhafte Entwicklung. Dein Körper arbeitet als Gesamtsystem. Was langfristig erhalten bleibt, muss in dieses Gesamtsystem passen und dort einen Sinn bekommen.

Genau deshalb sehen wir so oft denselben Verlauf: In den ersten Wochen verändert sich etwas, danach fällt ein Teil davon wieder zurück. Die lokale Veränderung war möglich – das gesamte System hat sich aber nicht entsprechend mitverändert.

Lokale Anpassung ist möglich. Dauerhafte Entwicklung entsteht erst, wenn das Gesamtsystem sie mitträgt.
4 · Sinn

Training braucht Sinn

Ein Training kann in einem Studio, auf einer Matte oder an einem Gerät stattfinden. Dort entsteht zunächst ein Reiz.

Seinen eigentlichen Sinn bekommt dieser Reiz aber erst dort, wo die Veränderung gebraucht wird: im Alltag, auf Wegen, beim Treppensteigen, beim Sport oder in Situationen, in denen Du Dich freier, sicherer oder belastbarer bewegen möchtest.

5 · Alltag

Der Sinn entsteht außerhalb des Trainingsraums

Training ist nicht deshalb erfolgreich, weil eine Übung im Trainingsraum gelingt. Erfolgreich wird es dann, wenn die Veränderung in Deinem Leben ankommt.

Deshalb interessiert mich nicht nur, was Du trainierst, sondern auch, wofür Du es brauchst.

6 · Soziale Integration

Bewegung wird stabil, wenn sie zum Leben gehört

Bewegung wird besonders dann zu einem stabilen Verhalten, wenn sie nicht als Sonderhandlung erlebt wird, sondern in Alltag und soziale Umgebung integriert ist.

Wer sich für jede kleine Bewegung erst umziehen, einen Trainingsraum aufsuchen oder einen gesonderten Termin schaffen muss, hält Training leicht außerhalb des normalen Lebens.

Anders wird es, wenn Bewegung dort stattfindet, wo Menschen ohnehin sind: am Bahnhof, im Einkaufszentrum, im Büro, im Hotel, auf Wegen oder während Wartezeiten.

Der Clou ist nicht nur, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Der Clou ist, Bewegung sichtbar, akzeptiert und selbstverständlich zu machen.
7 · Öffentlicher Raum

Wenn Bewegung sozial normal wird

Was heute noch ungewöhnlich wirkt, kann morgen selbstverständlich sein. Wenn Menschen im öffentlichen Raum regelmäßig sehen, dass andere balancieren, kleine Kniebeugen machen oder kurze Bewegungsübungen durchführen, verändert sich die soziale Bedeutung dieser Bewegung.

Genau hier setzen die Fitnesstrainer-Punkte an: Sie machen vorhandene Orte zu sichtbaren Bewegungsgelegenheiten und bringen Training zurück in den Alltag.

Fitnesstrainer-Punkte entdecken →

8 · Basis

Basis zuerst

Die drei Basis-Alltagsübungen sind bewusst als Einstieg für alle gedacht. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf grundlegende Bewegungsqualitäten, bevor Training komplexer oder sportartspezifischer wird.

Deshalb ist die Startphase nicht nur preislich interessant, sondern auch trainingsmethodisch sinnvoll.

9 · Individualisierung

Training wird persönlicher

= Sport

Erst im Verlauf zeigt sich, welche Ziele, Bewegungsprobleme oder Sportarten für Dich tatsächlich relevant werden.

Daraus kann sich eine zunehmend individuelle Online-Betreuung oder – wenn sinnvoll – persönliche Betreuung vor Ort entwickeln.

Trainingswissenschaftlicher Hintergrund

Warum ich Training so denke

Der Ansatz von fitnesstrainer.de ist nicht aus der Idee entstanden, einfach kürzere Fitness-Einheiten anzubieten. Dahinter stehen Fragen, mit denen ich mich seit vielen Jahren trainings- und gesundheitswissenschaftlich beschäftige.

Muskelkater ist komplexer als „Mikrorisse“

Sichtbare Strukturveränderungen nach ungewohnter Belastung sind nicht gleichbedeutend mit der einfachen Erklärung, Muskelkater sei lediglich die Folge zahlloser kleiner mechanischer Risse. Schmerz, Umbau, Entzündung und strukturelle Veränderungen müssen differenziert betrachtet werden.

Training braucht keine Trainingsstunde

Wirksame Belastungen müssen nicht ausschließlich in einer geschlossenen Einheit gebündelt werden. Kurze Bewegungs- und Belastungsphasen können über den Tag verteilt einen relevanten Beitrag leisten. Genau deshalb kann Alltag Trainingsraum sein.

Training braucht Verstehbarkeit und Sinn

Meine gesundheitswissenschaftliche Abschlussarbeit beschäftigte sich mit salutogenetisch orientiertem Bewegungstraining und der Frage, wie Bewegung Kohärenzerlebnisse vermitteln kann.

Wissenschaftliche Hintergründe und Literatur →

Training beginnt dort, wo Dein Leben stattfindet.

Die Methode wird praktisch, sobald sie in Deinem Alltag sichtbar wird.